Hintergrundwissen über die Florfliegen (Chrysopa carnea)
Bescheibung:
Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) gehört zur Ordnung der Echten Netzflügler (Neuroptera). Die zartbeflügelten Tiere haben einen etwa 1,5 cm langen stabförmigen Körper, die Flügelpnweite beträgt 3 cm, die Fühler sind etwa körperlang. Auffallend sind die vorstehenden goldglänzenden, halbkugeligen Augen, weshalb die Florfliegen auch Goldaugen genannt werden. Die Flügelmembran ist schillernd durchsichtig, die Flügeladern sind netzartig verzweigt. Über den Sommer sind der Körper und ihre Flügel grün gefärbt, überwinternd von Herbst bis zum Frühjahr ist ihre Grundfarbe gelblich. Die Gemeine Florfliege wurde zum Insekt des Jahres 1999 gekürt. Florfliegen (Chrysopa carnea) können gegen Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Wollläuse und andere weichhäutige Insekten eingesetzt werden.

Lebensweise:
Florfliegen werden abends vom Lampenlicht angezogen und kommen deshalb in Wohnungen geflogen. Nachts kann man sie an warmen Abenden mitunter in Massen an beleuchteten Schaufensterscheiben entdecken. Tagsüber halten sie sich an schattigen Stellen auf Bäumen und im Gebüsch versteckt.

Lebensraum:
Niedrigvegetation, Sträucher und Bäume, Ebene bis über die Baumgrenze.
Florfliegen sind oft in der Nähe von Blattlauskolonien oder blühenden Pflanzen, deren Pollen, Nektar, Honigtau (Ausscheidungen der Blattläuse) den erwachsenen Florfliegen als Nahrung dienen, anzutreffen.

Lebensweise:
Im Frühjahr ist für die Gemeinen Florfliegen Paarungszeit. Die Eiablage ist unspezifisch, das heißt sie ist nicht unbedingt vom Ort des Beutetieres (Blattlaus) abhängig. Die Weibchen legen danach ihre mit je einem ca. 5 mm langen Seidenfaden gestielten Eier einzeln oder gruppenweise an der Blattunterseite, Ästen, Fenstern usw. auf biegsamen Stielen in der Nähe von einjährigen Feldkulturen ab (meist jedoch an Stellen, wo sich Blattlauskolonien gebildet haben).

Nach dem Ausschlüpfen der Larven erscheinen sie weißlich. Die Larven entwickeln sich je nach Temperatur in zwei bis drei Wochen und erreichen in dieser Zeit eine Körperlänge von ca. 5 bis 10 mm. Sie sind gelblich-grau, lebhaft, nachtaktiv und haben an der Seite kleine behaarte Warzen. Sie sind während der Dämmerung und bei Nacht auf Beutesuche. Die Larven der Florfliegen ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen und werden daher auch Blattlauslöwen genannt. aber auch Spinnmilben, Thripse, Wollläuse, Weiße Fliegen, Schmetterlingseier, junge Raupen etc. zählen zu ihren bevorzugten Nahrungsmitteln.

Sie überlisten die Ameisen, die die Läuse verteidigen, indem sie das Wachs der Läuse entfernen und sich damit tarnen. Mit ihren zangenartigen Kiefern (2 kräftige Saug- Zangen) halten sie die Beute fest und saugen diese aus, wobei eine Larve etwa 10 Blattläuse pro Tag vertilgen kann.Bevor sie sie aussaugt, betäubt sie sie mit einem Gift.

Eine einzige Larve kann bis zu 450 Blattläuse, 500 Schmetterlingseier oder 12.000 Milbeneier vertilgen. Nach 18 Tagen verspinnen sie sich in kugeligen, weißen Kokons von etwa 3 bis 4 mm Durchmesser, in denen sie sich verpuppen.

Die Behandlung von geschädigten Pflanzen mit Chrysopa Carnea-Larven ist daher effektiv und zu 100% natürlich.

Die gesamte Entwicklungszeit kann bis zu 60 Tagen dauern, daher entstehen pro Jahr zwei bis drei Generationen(witterungsabhängig). Überwinterung als Larve, Puppe oder ausgewachsenes Tier in Häusern, Gartenlauben und Scheunen, bei Frost sterben sie ab.
Die Eier sind gegen Öl sehr empfindlich. Florfliegen jagen unter allen Bedingungen Die Tagestemperaturen im Pflanzenbestand sollten mindestens 5 Grad betragen; optimal sind Temperaturen zwischen 20 Grad und 26 Grad. Vorher müssen aber Ameisen ausquartiert werden, sonst werden sie deren Opfer.

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Florfliegen auf Katzenminze fliegen. Grund: Deren Blüten enthalten einen Duftstoff, der dem Sexuallockstoff (Pheromon) der Insekten sehr ähnlich ist. Nun arbeiten die Wissenschaftler daran, den Duftstoff chemisch nachzubauen, um ihn im Bio-Landbau als Lockmittel für die nützlichen Insekten einzusetzen. Im Garten können Sie das einfacher haben: Pflanzen Sie genug Katzenminze in Ihre Staudenbeete.

Einsatzzeitraum:
Ganzjährig

Anwendungsempfehlung:
Bewährt hat sich die Ausbringung von Florfliegeneiern beim ersten Auftreten von Blattläusen.

Ausbringungsverfahren:
  • Eier auf Mullgaze oder Papierstreifen, diese vorsichtig in kleine Stücke schneiden und sie auf die befallenen Pflanzen verteilen, möglichst dicht an die Blattlauskolonien
  • Eier oder Larven in Trägermaterial, dieses möglichst gleichmäßig im Pflanzenbestand mit der Hand ausstreuen
  • Direkte Ausbringung von Larven aus einem Kartonwabensystem
Im Gartenbau empfiehlt sich eine mindestens zweimalige Ausbringung von jeweils fünf Florfliegen(eiern) pro Quadratmeter und Vegetationsperiode. Dabei sollte das Räuber-Beute-Verhältnis zwischen 1:5 und 1:10 liegen.
Florfliegenlarven sind erfahrungsgemäß im Pflanzenbestand sehr schwer zu finden. Ihre Wirksamkeit ist aber meist schon nach wenigen Tagen zu erkennen. Zwei bis drei Wochen nach der Ausbringung der Florfliegeneier sollte eine deutliche Reduzierung des Blattlausbesatzes festzustellen sein. Da die Florfliegenlarven nur etwa 10 bis 14 Tage aktiv sind und sich dann verpuppen, müssen gegebenenfalls mehrere Ausbringungen erfolgen.
Quellen:diverse Artikel im Internet über Florfliegen
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